BAUHERRENBERATUNG PARCO AMBIENTE 2 - LOCARNO

Riccardo Fuhrer, Energie- +Bauberatungen

Als Daniel Sukara, Leiter Immobilien Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte (PAT-BVG), kurz vor Weihnachten mitteilte, dass er uns gerne als Bauherrenvertretung für ein Neubauprojekt im Tessin gewinnen möchte, war ich natürlich sofort begeistert.

Die PAT-BVG beabsichtigt in Locarno zwischen der Via Bartolomeo Varenna und der Via Gian Gaspare Nessi zwei Mehrfamilienhäuser zu erstellen. Im Haus A werden 25, im Haus B 39 Wohneinheiten mit einer unterirdischen Autoeinstellhalle mit insgesamt 65 Autoabstellplätzen und einer begrünten Umgebungsfläche mit 10 Autoabstellplätzen gebaut. Der Abbruch der bestehenden Gebäude auf den vier Parzellen wurde Ende letzten Jahres begonnen und ist heute abgeschlossen. Mit dem Aushub soll, sobald die Baubewilligung da ist, demnächst begonnen werden. Die Fertigstellung und der Bezugstermin der beiden fünf-geschossigen Neubauten sind für Dezember 2017 geplant.

Warum braucht es eine Bauherrenvertretung?

Heutzutage wird der Bauherr von der Baubranche   immer   wieder   mit   Schlagwörtern  wie «schlüsselfertig» oder «rundumsorglos» konfrontiert. In den meisten Fällen wird ein Pauschalpreis für die Ausführung eines fertigen Werkes zugesichert und bis auf einen Baubeschrieb sind oft keine detaillierten Angaben über das Bauwerk vorhanden. Ist das so wunderbar und so sorglos wie es tönt, oder vielleicht doch nicht? «Mit der zunehmenden Komplexität beim Erstellen eines Neubaus verfüge ich nicht über das notwendige Wissen und die Erfahrung. Ferner will ich sicher sein, dass   fremdes Geld, nämlich das der Personalvorsorgestiftung, gut verbaut und investiert ist,» erklärt Daniel Sukara. «Es ist für uns wichtig, einen sogenannten Ombudsmann beizuziehen, der als «Motor» das Projektmanagement hinsichtlich Kommunikation, Umfeld, Kosten, Termine, Qualität, Leistung und Ressourcen vorantreibt.»

Welcher Nutzen entsteht für den Bauherrn?

«Die grosse Distanz zur regelmässigen Kontrolle, wenn Zeit Mangelware ist oder das Detailfachwissen fehlt, drängt sich eine Bauherrenvertretung auf. Ich habe weniger Stress, eine bessere Kostenkontrolle und es werden keine Vorauszahlungen getätigt, ohne dass die Sicherheit besteht, dass wirklich auch verbauen wird was zur Verrechnung kommt, und vor allem habe ich mehr Zeit für anderes,» erklärt Daniel Sukara. Weiter fügt er hinzu: «Es findet ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen dem Totalunternehmer und dem Vertreter der Eigentümerin statt». Einerseits bekommt der Bauherr eine fachkompetente und unabhängige Unterstützung, regelmässig mündliche und schriftliche Berichterstattungen, die Fehlentscheide und Fehlinvestitionen vermeiden helfen. Er wird so in jeder Phase des Entwicklungs- und Bauprozesses professionell unterstützt und beraten. Andererseits werden die Wünsche in technischer, planerischer, wirtschaftlicher oder gesetzlicher Hinsicht, so weit wie möglich, diskutiert und angepasst. Deshalb verstehen wir uns als Bauherrenberater als Partner der Bauherrschaft.

Wo ist eine Bauherrenvertretung sinnvoll?

Auf  die Frage, wo eine  Bauherrenvertretung sinnvoll ist, antwortet Daniel Sukara aus eigener Erfahrung: «Ich empfehle bei jedem komplexen Neubauprojekt oder Umbau, Sanierung, Modernisierung, Erweiterung, Rückbau, vor allem aber im Stockwerkeigentum und bei Ein- bzw. Zweifamilienhäusern immer eine Bauherrenvertretung beizuziehen, wenn der Käufer nicht selber Baufachmann ist. Die Garantiefälle haben in letzter Zeit unglaublich zugenommen, weil die bestellte Werkleistung nicht mangelfrei war und z.B. die Materialkontrolle unmöglich wurde. Grundsätzlich trägt der Bauherr die  Verantwortung für sein Bauwerk. In den meisten Fällen wählt er die Unternehmer und entscheidet über die Qualität und Quantität. In diesem Zusammenhang ist eine Bauherrenvertretung sinnvoll, weil das Wissen um die Detailplanung auf dem Bau und die fachgerechte Umsetzung viel persönlichen Ärger ersparen können.»

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