Saugen+Blasen

6. August 2026

Extensives Biodiversitätsdach in Lausanne – ein neuer Lebensraum über der Stadt

In Mitte der Stadt Lausanne ist ein extensives Biodiversitätsdach mit einer Fläche von 600m² entstanden. Dieses extensives Biodiversitätsdach hält Regenwasser zurück, schützt die Dachabdichtung langfristig und schafft gleichzeitig artenreiche Lebensräume über den Dächern von Lausanne. Die Konzeption erfolgte nach den Vorgaben der Stadt Lausanne, Schritt für Schritt ist ein Dachaufbau entstanden, der technisch funktioniert und ökologisch überzeugt.

Schutz- und Wasserspeicherschicht beim extensiven Biodiversitätsdach
Als erste Schicht haben wir ein Schutz- und Speichervlies verlegt. Es schützt die Dachabdichtung vor mechanischen Einwirkungen und speichert Wasser für die oberen Schichten, darauf folgten Rückhalte-Matten. Durch ihre wabenartige Struktur nehmen sie Niederschlagswasser auf und geben es zeitverzögert wieder ab. So entsteht ein ausgleichender Wasserspeicher, von dem die Vegetation des extensiven Biodiversitätsdachs in Lausanne später profitiert.

Substrataufbau des extensiven Biodiversitätsdachs in Lausanne
Im nächsten Schritt wurde das Substrat eingebracht. Insgesamt kamen auf 600 m² speziell für extensive Dachbegrünungen entwickelte Materialien zum Einsatz, abgestimmt auf die Anforderungen der Stadt Lausanne. Die Aufbauhöhe variiert zwischen 8 und 15 cm. Diese bewusst gestalteten Unterschiede beeinflussen Wasserhaushalt, Nährstoffverfügbarkeit und Durchwurzelung und schaffen verschiedene Vegetationszonen. So entstehen trockenere und etwas feuchtere Bereiche, in denen sich unterschiedliche Pflanzenarten ansiedeln können.

Materialeinbau mit dem Hornet
Für den Transport der Materialien auf das Dach kam der Hornet zum Einsatz, ein Eigenbau zum Saugen und Blasen von Schüttgütern. Unser Recycling-Substrat, Rundkies sowie das Sand-Kies-Gemisch stammen aus der Region und wurden speziell für dieses Projekt aufbereitet. Die Materialien wurden pneumatisch über Schlauchleitungen auf das Dach gefördert und direkt in die vorgesehenen Bereiche eingebracht. Diese Methode ist präzise, schont die Dachfläche und erleichtert die Arbeit besonders dort, wo die Platzverhältnisse begrenzt sind.

Biodiversitätszonen für mehr Struktur
Zusätzlich zum Substrat wurden gezielt Biodiversitätszonen angelegt. Dafür wurden Rundkies sowie ein Sand-Kies-Gemisch in verschiedenen Bereichen der Dachfläche eingebaut. Diese mineralischen Zonen erwärmen sich schneller, speichern Wärme und bieten trockene Mikrohabitate. Gleichzeitig unterstützen sie die Oberflächenentwässerung und sorgen dafür, dass Wasser gezielt abfliessen kann.

Um die ökologische Vielfalt weiter zu erhöhen, wurden zudem mehrere Haufen aus Totholz und Baumstämmen auf der Dachfläche platziert. Diese Strukturen bieten Kleinlebewesen Unterschlupf, dienen als Wind- und Schattenspender und bringen zusätzliche Struktur in die Dachlandschaft. So wirkt das extensive Biodiversitätsdach nicht nur technisch durchdacht, sondern auch optisch abwechslungsreich.

Ansaat und Entwicklung des extensiven Biodiversitätsdachs
Zum Abschluss der Bauarbeiten wurde die gesamte Fläche angesät. Die Saatmischung entspricht den Vorgaben der OHS der Stadt Lausanne und ist auf das lokale Klima abgestimmt. Mit der Ansaat beginnt die eigentliche Entwicklungsphase des extensiven Biodiversitätsdachs. In den folgenden Monaten etabliert sich eine robuste, standortgerechte Vegetation. Sie kühlt die Dachfläche, puffert Niederschläge und schützt die Dachabdichtung langfristig vor starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Gleichzeitig entsteht ein artenreicher Lebensraum in Lausanne, der die städtische Biodiversität stärkt und zeigt, welches Potenzial in extensiven Biodiversitätsdächern steckt.

Projektdaten

Projektzeitraum 
November 2025

Projektort 
Lausanne

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