Die Erdgasleitung Rhonetal prägt derzeit das Bild der Infrastrukturarbeiten im Oberwallis. Wo normalerweise der Verkehr in Richtung Brig fliesst, findet unter der Erdoberfläche ein komplexes Vorhaben statt. Im Rahmen des Ausbaus der Autobahn A9 verlegen unsere Rohrleitungspezialisten der Josef Muff AG eine Gashochdruckleitung auf einer Länge von 3300 Metern neu.
Es ist ein Projekt, das weit über das blosse Zusammenfügen von Rohren hinausgeht. Die Trasse der Erdgasleitung Rhonetal führt durch ein Gelände, das dem Team und der Logistik stetige Anpassungen abverlangt. Da auf Spülbohrungen verzichtet wird, findet jeder Meter Baufortschritt im konventionellen Graben statt.
Die Geometrie der Erdgasleitung Rhonetal
Der Grund für diesen Aufwand liegt in der Erweiterung der A9. Wo künftig Fahrbahnen entstehen, verlief bisher die Energieversorgung. Damit Platz für den Verkehr entsteht, muss die Erdgasleitung Rhonetal weichen und an neuer Stelle sicher im Boden eingebettet werden.
Die technischen Daten der Erdgasleitung Rhonetal verdeutlichen die Verantwortung bei diesem Bau:
- Betriebsdruck: 70 bar
- Nennweite: DN300
- Wandstärke: 6,3 mm
- Länge der Umlegung 3300 m
Unter der Bauherrschaft der Swissgas AG und der DNSB sowie in Zusammenarbeit mit Partnern wie Volken, ERI und Hubag entsteht hier ein Bauwerk für Jahrzehnte. Das Team, bestehend aus Chefmonteur, Schweisser und Monteuren, steuert die Arbeiten seit August 2025 durch die verschiedenen Sektoren.
Präzision im Steilhang und im Werk
Eine Besonderheit der Erdgasleitung Rhonetal ist die Linienführung. Das Wallis ist bekannt für seine Topografie, und das zeigt sich auch hier. Ein Teil der Leitung verläuft in extremen Steillagen. In diesen Abschnitten ist die Montage Schwerstarbeit. Mensch und Maschine müssen so gesichert sein, dass die schweren Rohrelemente präzise in Position gebracht werden können.
Damit die Leitung jeder Kurve des Geländes folgt, kommen 74 Kaltbögen und 20 Warmbögen zum Einsatz. Hier greift ein logistisches System: Die Biegewinkel werden vor Ort im Graben der Erdgasleitung Rhonetal gemessen. Die Daten gehen direkt an das Werk in Sarmenstorf. Dort biegen Werkstattschlosser die Rohre exakt auf Mass und liefern sie just in time zurück auf die Baustelle. So kann jedes Rohr spannungsfrei in die Trasse verbaut werden.
Querungen unter anpruchsvollen Bedingungen
Die Erdgasleitung Rhonetal muss an zwei Stellen besondere bauliche Herausforderungen meistern. Im westlichen Sektor verläuft die Leitung unter der Kantonsstrasse hindurch. Sie liegt dort rund 8 Meter tief. Für diese Querung muss der Verkehr voraussichtlich einmalig stillgelegt werden. Abgesehen davon bleibt die Strasse während der Bauarbeiten in Betrieb. In anderen Teilabschnitten sorgt ein massiver Verbau dafür, dass Erdreich und Verkehrslasten sicher abgefangen werden.
Auch die östliche Querung der Erdgasleitung Rhonetal verlangt eine präzise Ausführung. Dort trifft das Team auf eine rund 80 Grad steile Nagelwand. Die Montage der Leitung erfolgt in der Vertikalen. Nach der Fixierung wird dieser Leitungsabschnitt einbetoniert und dauerhaft in die Tunnelwand eingebunden.
Der Weg bis zur Fertigstellung 2027
Die Arbeiten an der Erdgasleitung Rhonetal sind in Sektoren von A bis M unterteilt. Bisher konnten die Abschnitte A bis C sowie G bis K erfolgreich bearbeitet werden. Ein 32 Meter langer Dücker ergänzt die Reihe der technischen Sonderbauwerke entlang der Strecke.
Im Frühjahr 2027 soll das Projekt abgeschlossen werden. Die finalen Einbindungen in das bestehende Netz der Swissgas AG sind für April 2027 vorgesehen. Bis dahin wird jeder Meter der Erdgasleitung Rhonetal geprüft und dokumentiert, um die sichere Energieversorgung im Wallis langfristig zu gewährleisten.
Die Erdgasleitung Rhonetal zeigt, dass erfolgreicher Pipelinebau aus sauberem Handwerk, exakter Logistik und technischer Problemlösung direkt auf der Baustelle entsteht.