Nassspritzmörtel kam bei der Sanierung von drei Einstellhallen im Kanton Bern auf einer Deckenfläche von insgesamt rund 2’200 m² zum Einsatz. Der Grund lag im bestehenden Betonaufbau. Die erste und zweite Bewehrungslage verfügten teilweise nicht über die erforderliche Betonüberdeckung. Um diese wieder sicherzustellen, musste zunächst die bestehende Schicht an der Deckenuntersicht entfernt und anschliessend eine neue Mörtelschicht aufgebaut werden.
Unsere Arbeiten umfassten dabei nicht nur den Einbau des Spritzmörtels. Entscheidend war bereits die Vorbereitung des bestehenden Betons, denn der neue Aufbau musste dauerhaft mit der vorhandenen Konstruktion verbunden werden.
Vom Bestand bis zum tragfähigen Beton
An den Decken der Einstellhallen befanden sich bestehende Schichtexplatten mit einer Stärke von rund 35 Millimetern. Diese wurden mit Hochdruckwasserstrahlen abgetragen.
Dabei arbeitete das Team mit einem Wasserdruck von rund 2’500 bar. Der Abtrag hatte gleichzeitig die Aufgabe, eine ausreichend raue Betonoberfläche für den folgenden Nassspritzmörtel herzustellen.
Diese Vorbereitung ist für den weiteren Aufbau entscheidend. Laut Produktdatenblatt muss der Untergrund frei von losen Bestandteilen und Verunreinigungen sein und eine geeignete Oberflächenrauigkeit aufweisen, damit sich der Betonersatz mit dem bestehenden Beton verbinden kann.
Nach dem Abtrag konnte die neue Überdeckung der vorhandenen Bewehrung aufgebaut werden.
Bis zu 30 Millimeter Nassspritzmörtel über Kopf
Zum Einsatz kam ein polymervergüteten Nassspritzmörtel, der die Anforderungen der Klasse R4 gemäss EN 1504-3 erfüllt.
Die drei Teilbereiche unterschieden sich leicht in Fläche, Schichtstärke und Materialmenge.
Im Teilbereich 1 wurden ca. 730 m² bearbeitet. Hier wurde der Mörtel mit einer Stärke von rund 30 Millimetern eingebaut. Dafür wurden ca. 46 Tonnen Material benötigt.
Der Teilbereich 2 umfasste ca. 760 m². Bei einer Schichtstärke von ungefähr 25 Millimetern wurden ca. 50 Tonnen verarbeitet.
Weitere ca. 730 m² folgten im Teilbereich 3. Auch hier lag die Schichtstärke bei ungefähr 25 Millimetern. Der Materialverbrauch betrug ca. 46 Tonnen.
Über alle drei Teilbereiche hinweg wurden damit ca. 142 Tonnen Nassspritzmörtel verarbeitet.
142 Tonnen Material aus dem Silo
Bei solchen Mengen spielt auch die Materialbereitstellung auf der Baustelle eine wichtige Rolle. Statt Sackware oder Big Bags wurde der Spritzmörtel deshalb über eine Silopumpe verarbeitet.
Das war insbesondere aufgrund der engen Platzverhältnisse auf der Baustelle hilfreich. Lager- und Installationsflächen standen nur begrenzt zur Verfügung.
Durch die maschinelle Förderung liess sich der Personalaufwand bei der Materialbereitstellung reduzieren. Gleichzeitig fiel weniger Verpackungs- und Materialhandling an. Auch Materialverluste konnten damit verringert werden.
Für den Einbau selbst bietet die Verarbeitung aus dem Silo einen weiteren Vorteil: Der Nassspritzmörtel wird kontinuierlich für die Applikation bereitgestellt. Bei insgesamt 142 Tonnen Material ist das ein wesentlicher Teil des Baustellenablaufs.
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Nassspritzmörtel unter Winterbedingungen
Eine zusätzliche Herausforderung war die Jahreszeit. Der verwendete Mörtel darf gemäss Produktvorgaben bei Temperaturen zwischen 5 und 30 Grad Celsius verarbeitet werden.
Damit diese Bedingungen auch während der Arbeiten eingehalten werden konnten, mussten die Einstellhallen teilweise beheizt werden. Je nach Situation kamen zusätzlich Lüftungsmassnahmen zum Einsatz, um Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb der Hallen zu regulieren.
Gerade bei einer grossen Deckenfläche wirkt sich das direkt auf die Baustellenorganisation aus. Material, Untergrund und Umgebung müssen während der Verarbeitung innerhalb der vorgegebenen Bedingungen bleiben.
Mehr Schutz für die bestehende Bewehrung
Mit dem neuen Nassspritzmörtel wurde die erforderliche Betonüberdeckung der vorhandenen Bewehrung wiederhergestellt. Die Bewehrung liegt dadurch tiefer innerhalb des Betonaufbaus und erhält einen besseren Schutz vor Korrosion.
Gleichzeitig dient der neue Aufbau der Ertüchtigung der bestehenden Decken und trägt dazu bei, die Betonkonstruktion langfristig zu erhalten.
Bei diesem Projekt lagen die grossen Mengen am Ende über den Köpfen: rund 2’200 m² Deckenfläche, bis zu 30 Millimeter neuer Aufbau und insgesamt etwa 142 Tonnen Spritzmörtel.