Wenn die Betonüberdeckung über dem Stahl zu dünn ist, hat Rost leichtes Spiel. An der Sägestrasse 77 in Köniz zeigte sich ein klassischer Sanierungsfall: Die beschädigte Parkdeck-Beschichtung liess Wasser und Tausalze tief einsickern, sodass die Bewehrung bereits korrodierte. Innerhalb von fünf Wochen hat unser Team die kaputten Bereiche entfernt, den Stahl geschützt und die Betonfläche komplett neu aufgebaut.
Ausgangslage
Parkdecks sind im Alltag stark belastet. Fahrzeuge, Feuchtigkeit und Tausalze setzen der Oberfläche über Jahre zu. Wenn eine Beschichtung nicht mehr dicht ist, kann Feuchtigkeit in den Beton eindringen. Besonders kritisch wird es, wenn Chloride bis zur Bewehrung gelangen. Dann beginnt die Korrosion und die Tragstruktur muss gezielt geschützt werden.
Beim Parkdeck in Köniz zeigte sich genau dieses Bild. Die bestehende Beschichtung hatte ihre Schutzfunktion verloren. An verschiedenen Stellen war die Bewehrungsüberdeckung zu gering, bereits korrodierte Bewehrung mussten ersetzt werden. Gleichzeitig sollte das Gefälle an den Bestand angepasst werden, damit Wasser künftig sauber abfliessen kann.
Das Ziel war deshalb klar: beschädigte Bereiche entfernen, die Bewehrung schützen und den Beton neu aufbauen.
Rückbau und Vorbereitung des Untergrunds
Zuerst wurde die alte Beschichtung auf rund 250 Quadratmetern entfernt. Danach folgte der schadhafte Beton: Mit Höchstdruckwasserstrahlen trugen wir 30 bis 60 Millimeter Material ab, stellenweise bis zur dritten Bewehrungslage. Da das Parkdeck direkt neben Hauseingängen und einer befahrenen Strasse liegt, brauchte die Arbeit vor Ort viel Rücksicht und genaue Absprachen. Das Hochdruckverfahren hat jedoch einen grossen Vorteil: Es entfernt gezielt das kaputte Material und schont die restliche Struktur des Bauwerks. Nach dem Abtrag reinigten und neutralisierten wir die freigelegte Fläche, damit die neuen Schichten später fest am Boden haften.
36 Tonnen Mörtel und exakte Anschlüsse
Als Basis trugen wir einen 1-komponentigen Haftvermittler und Korrosionsschutz auf. Er schützt den freigelegten Stahl vor neuer Korrosion. Den abgetragenen Beton ersetzten wir mit einem R4-Hochleistungs-Betoninstandsetzungsmörtel. Dieser Mörtel enthält Kunststofffasern, erfüllt die Anforderungen der Schadensklasse R4 und wird mit einem reduzierten CO2-Fussabdruck produziert. Insgesamt verarbeitete das Team 36 Tonnen davon in Schichten von 40 bis 90 Millimetern.
Weil Wasser auf einem Parkdeck sauber abfliessen muss, bauten wir mit dem Mörtel direkt ein neues Gefälle von rund 2 Prozent ein. Die eigentliche Herausforderung war hierbei das Angleichen an den Bestand. Wir mussten das Gefälle exakt an die bestehenden Rinnen, Abläufe, den Strassenbelag und die Kante des Warenlifts anpassen. Am Ende darf schliesslich keine Stolperkante stehen bleiben und es darf sich kein Wasser stauen.
Polyureabeschichtung Parkdeck Köniz im Heissspritzverfahren
Auf den reparierten Beton kam zuerst eine Epoxidharz-Grundierung. Den Schutz vor Wasser und Salz übernimmt danach reines Polyurea. Wir sprühen diesen flüssigen Kunststoff im Heissspritzverfahren auf die Fläche. Das Material härtet innerhalb von Sekunden aus und bildet eine elastische Schutzmembrane ohne Fugen. Bei der wechselhaften Frühlingswitterung war diese schnelle Aushärtung ein wichtiger Faktor, um den Zeitplan einzuhalten.
Damit Autos auf der neuen Oberfläche nicht rutschen, bliesen wir in die zweite Schicht Aluminiumoxid ein. Eine finale robuste Deckschicht versiegelt das Ganze. Nach rund fünf Wochen Arbeit steht das Parkdeck der Stockwerkeigentümergemeinschaft wieder voll zur Verfügung, geschützt gegen Nässe und Salz. Ein starkes Stück Arbeit, auf das unser Team stolz ist.