Risse, Abplatzungen und eine Zufahrtsrampe, die täglich einiges aushalten muss. An der Worblaufenstrasse in Ittigen war deshalb mehr nötig als eine neue Beschichtung.
Bevor reines Polyurea im Heissspritzverfahren aufgetragen werden konnte, musste unser Sanierungs-Team zuerst an den bestehenden Beton. Geschädigte Bereiche wurden bis auf die obere Bewehrung abgetragen, der Untergrund vorbereitet und die Rampe mit einem R4-Hochleistungs-Betoninstandsetzungsmörtel wieder aufgebaut.
Erst danach folgte der sichtbare Abschluss der Sanierung: die Polyurea-Beschichtung auf der Fahrfläche und den seitlichen Aufbordungen.
Die Basis für die Membran
Eine Zufahrtsrampe wird täglich befahren, dazu kommt bei dieser Rampe der Kurvenverlauf. Fahrzeuge lenken, bremsen und fahren wieder an, oft auf derselben kurzen Strecke. Über die Jahre hat das dem Beton zugesetzt, Wasser und Streusalz sind zusätzlich in feine Risse eingedrungen. Für eine Polyurea-Beschichtung ist das relevant, weil die Membran nur so gut haftet, wie die Fläche darunter tragfähig ist. Deshalb galt es zuerst, die geschädigten Stellen im Beton vollständig zu erfassen.
185 Quadratmeter unter Hochdruck
Auf rund 185 Quadratmetern haben wir den geschädigten Beton mit Höchstdruckwasserstrahlen bis auf die obere Bewehrung abgetragen. Das Verfahren trägt gezielt das kaputte Material ab und lässt die tragfähige Substanz stehen. Die Grundlage, auf der die spätere Polyurea-Schicht halten muss. Zusätzlich hat Prima-Sol AG angrenzende Flächen geschliffen und für die weiteren Arbeiten vorbereitet.
14 Tonnen für eine ebene Basis
Die freigelegten Stellen mussten wieder aufgebaut werden, und zwar so, dass am Ende eine durchgehende, ebene Fläche für die Beschichtung entsteht. Dafür hat das Team 14 Tonnen R4-Hochleistungs-Betoninstandsetzungsmörtel verarbeitet. Weil die Rampe kurvig verläuft und seitliche Aufbordungen hat, musste jeder Übergang zur bestehenden Form passen. Nur eine ebene, geschlossene Fläche nimmt die Polyurea-Beschichtung gleichmässig auf.
Elastisch, fugenlos, sofort belastbar
Auf der vorbereiteten Fläche kam als Nächstes die eigentliche Beschichtung. Rund 200 Quadratmeter Bodenfläche inklusive Aufbordungen erhielten Polyurea im Heissspritzverfahren.Der Werkstoff härtet innerhalb von Sekunden aus und bildet eine elastische, fugenlose Membran, die auch kleinere Bewegungen im Untergrund mitträgt, ohne selbst Risse zu bekommen.
Diese Membran erfüllt die Anforderungen an ein Oberflächenschutz-System OS 10 für befahrbare, rissüberbrückende Abdichtungen und geht in mehreren Punkten darüber hinaus, etwa bei der Abriebfestigkeit und der chemischen Beständigkeit gegenüber Ölen, Streusalz und Reifenabrieb. Das Material ist zudem lösemittelfrei verarbeitbar und bleibt auch bei Temperaturen von rund minus 30 bis plus 100 Grad funktionsfähig, was für eine im Winter gestreute Aussenrampe direkt relevant ist.
Die schnelle Aushärtung war bei diesem Projekt kein Nebeneffekt, sondern ein wichtiger Faktor. Die Rampe musste während der Arbeiten gesperrt bleiben. Je zügiger eine Schicht weiterbearbeitet werden konnte, desto kürzer die Sperrzeit für die Nutzer.
Gleichmässige Schichtdicke trotz Kurve
Anders als auf einer geraden Fläche ändert sich beim Spritzen einer kurvigen Rampe die Arbeitsrichtung laufend. Fahrfläche, Randbereich und die steileren Übergänge an den Aufbordungen verlangen jeweils einen anderen Winkel, trotzdem muss am Ende überall dieselbe Schichtdicke liegen. Genau darin lag die Sorgfalt bei dieser Rampensanierung mit Polyurea, eine durchgehend gleichmässige Beschichtung ohne dünnere oder dickere Stellen an den Übergängen.
Die fertige Polyurea-Fläche
Die neue Polyurea-Schicht war der letzte Schritt, nicht der einzige. Davor stand der Abtrag von 185 Quadratmetern Bodenfläche bis auf die obere Bewehrung, danach der Neuaufbau mit 14 Tonnen R4-Hochleistungs-Betoninstandsetzungsmörtel. Erst auf dieser Grundlage liess sich die Beschichtung so ausführen, dass sie ihre volle Funktion erreicht.
Für unser Team war diese Rampensanierung mit Polyurea ein Auftrag, bei dem Untergrundvorbereitung und Beschichtung eng zusammenspielen mussten. Ein Dank geht an die Bauherrschaft, die Kurth Architekten AG, sowie an die Bauleitung von AR Projektwerk für die gute Zusammenarbeit. Aus der Zufahrt mit Rissen und Abplatzungen ist eine durchgehend geschützte Fahrfläche geworden, die den täglichen Verkehr in Ittigen ab sofort wieder zuverlässig trägt.